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»Opfer rechter Gewalt« ist eine
entleihbare
Wanderausstellung.
Die Ausstellung basiert auf öffentlich zugäng-
lichen Informationen, vor allem auf Zeitungs-
artikeln. Sie dokumentiert das Bild, das sich
die Gesellschaft von den Opfern rechter Ge-
walt gemacht hat: Manche Fälle führten zu
öffentlicher Empörung oder waren Anlässe
politischer Kontroversen; von vielen der
Toten jedoch wurde nie ein Foto veröffent-
licht, von manchen noch nicht einmal ihre
Namen.
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»Den Opfern einen Namen geben«
wollten die beiden Tages-
zeitungen »Frankfurter Rundschau«,
und »Der Tagesspiegel«
als sie am 14. September 2000 eine Chronik von 93 Opfern
rechter Gewalt seit 1990 veröffentlichten. Auf diese Chronik
greift die Ausstellung maßgeblich nicht ausschließlich
zurück.
Die Chronik entfachte einen politischen Streit, weil das Bundes-
innenministerium im gleichen Zeitraum nur 24 Todesfälle durch
rechte Gewalt registriert hatte.
Das ganze Ausmaß systematischer Verdrängung wurde etwa
dadurch deutlich, dass das Ministerium nicht einmal den Tod
von Farid Guendoul, der von Rechtsextremisten im Februar
1999 in den Tod getrieben wurde, zur Kenntnis genommen
hatte. Die »Hetzjagd von Guben« hatte
bundesweit Schlagzeilen
gemacht, aber weil die Täter nur der »fahrlässigen Körper-
verletzung« angeklagt wurden, gab es
offiziell kein Opfer.
Im Mai 2001 änderten die Innenminister von Bund und Ländern
das System zur Erfassung rechter Straftaten. Die neuen Erfas-
sungskriterien sollten es ermöglichen, die Fehler der Vergan-
genheit zu korrigieren. Aber noch im September 2004 bewertete
die Bundesregierung nur 39 Fälle seit 1990 als rechtsmotiviert.
Es gibt viele Tote, die niemals Schlagzeilen machten und von
deren Schicksal keine Statistik zeugt. Die Ausstellung erinnert
an diese Menschen und thematisiert zugleich die anhaltende
Verdrängung rechter Gewalt.
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